Erfolgreichste Therapien bei Typ-1-Diabetes

 

Erfolgreichste Therapien bei Typ-1-Diabetes

Patienten mit Diabetes Typ 1 haben unterschiedliche Möglichkeiten, ihren Insulinbedarf sicher zu stellen. Die beiden Therapien, die zur Zeit am meisten Flexibilität im Alltag ermöglichen, sind die Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) und die Insulinpumpentherapie – auch CSII (Continuous Subcutaneous Insulin Infusion) genannt. Beide Therapien ahmen die Arbeitsweise der gesunden Bauchspeicheldrüse nach und bieten den Vorteil, dass sich der Patient kaum einschränken muss und beispielsweise frei planen kann, wann er isst. Diabetiker haben mit diesen flexiblen Therapien zurzeit die größten Chancen auf eine gute Lebensqualität, normale Blutzuckerwerte und damit auch weniger Folgeerkrankungen.

Beide Therapieformen bedeuten mehr Aufwand gegenüber der konventionellen Insulintherapie, bei der ein Diabetiker ein- bis dreimal täglich Insulin in einem festen Mischungsverhältnis spritzt, jedoch in Bezug auf seinen Tagesrhythmus sowie auf Menge und Zeitpunkt seiner Mahlzeiten einen festen Ablauf einhalten sollte. Für ICT- und CSII-Therapien erhalten Patienten weitergehende Schulungen, denn sie entscheiden eigenständig, wann sie welches Insulin spritzen beziehungsweise über die Pumpe dem Körper zuführen.

Beide Therapien beruhen auf der Zufuhr von Basalinsulin und Bolusinsulin. In der ICT bedeutet dies in der Regel, dass sich Diabetiker zwei Mal täglich das Basal- oder auch Verzögerungsinsulin spritzen. Zusätzlich wird als ‚Bolus’ ein kurzwirkendes Insulin gespritzt. Dies bedeutet mehrmals pro Tag Messen des Blutzuckers und zwischen fünf und sechs Spritzen täglich. Die Pumpe hingegen führt dem Körper über einen Katheter Tag und Nacht den basalen Insulinbedarf gleichmäßig zu. Dies geschieht – im Gegensatz zu ICT – nicht mit einem langwirksamen, sondern mit einem kurzwirksamen Insulin. Zusätzlich ruft der Diabetiker per Knopfdruck weiteres Insulin bei Bedarf an der Pumpe ab. Es gelangt über den gleichen Katheter in das Fettgewebe im Unterbauch.

Die Pumpe ersetzt dadurch das mehrmals tägliche Spritzen. Durch die ununterbrochene Zufuhr von Insulin verhindert sie außerdem das so genannte DAWN-Phänomen – nächtliche Gefahr der Unterzuckerung und ansteigender Insulinbedarf in den frühen Morgenstunden. Darüber hinaus kann der Patient mit dem kurzwirksamen Insulin schneller den Blutzuckerspiegel bei körperlichen Anstrengungen oder Unterzuckerung korrigieren. Diabetiker mit häufigen Unterzuckerungen oder stark schwankenden Blutzuckerwerten können deshalb besonders von der Pumpentherapie profitieren. Vorteilhaft ist diese Therapieform außerdem für Schichtarbeiter, sportlich aktive Diabetiker und Diabetikerinnen vor und während ihrer Schwangerschaft. Aber auch Patienten mit Pumpe sollten vier bis sechs Mal täglich ihren Blutzucker messen und dies dokumentieren.

Die Intensivierte konventionelle Insulintherapie und die Insulinpumpentherapie sind deshalb vor allem für Menschen geeignet, die sich sorgfältig um ihre Krankheit kümmern können.