Diabetes und Schwangerschaft

·       BG        praeprandial              60 - 90 mg/dl   (norm: 50 - 90, Kind
                                                      benötigt relativ viel Glucose)
                    postprandial               < 120 mg/dl (max. 140 nach 1 h)
                                                      (Norm: < 115)
            (BG bei Nichtdiabetikerinnen während der Schwangerschaft (SS) niedriger als
             vor der SS.)
           (BG = Blutglucose/Blutzucker)

·       Missbildungsrate abhängig von der BG - Einstellung in dem 1. SS - Drittel.

·       Beratungsinhalte vor / während der SS:

       vor der SS:                  - HbA1c im unteren Drittel des Normwertes
                                          - Augenkontrolle
                                          - RR - Werte in Norm (Medikamentöse Therapie 
                                             nicht schädlich)
                                          - Urinstatus

       während der SS:          - BG - Werte siehe oben
                                          - 7 Werte / Tag als Tagesprofil über gesamte SS 
                                             (prä- und postprandial)
                                          - Urinstatus
                                          - Gewichtskontrolle
                                          - Gynäkologen und Internisten (Diabetologen)
                                             aufsuchen
                                          - im 1. SS - Drittel u.U. reduzierter Insulinbedarf,
                                            danach
                                          - steigender Insulinbedarf   (2 - 3 - fache)
                                          - steigender Eiweißbedarf
                                          - Kind ab 12 - 14 Woche = eigene Insulinproduktion
                                          - bei bereits vorhandenen Gefäßschäden u.U. Gefahr
                                            der Hypotrophie des Foeten, u.U. Frühgeburt, u.U.
                                             geringerer Anstieg des Insulinbedarfs
                                          - bei Typ 2 - Diabetes mit Tablettenbehandlung:
                                             Umstellung auf Insulin für die Schwangerschafts- und
                                             Stillzeit, da Auswirkungen für dasKind noch nicht
                                             ausreichend untersucht.

       nach Entbindung:          - rapide sinkender Insulinbedarf (wie vor der SS)
                                          - während des Stillens BG - Senkung = vorher ¼ l
                                             Milch trinken oder andere KH zuführen, um Hypo-
                                             glykämie zu vermeiden


· Allgemeines:
- auf Hypocalziämie achten, je schlechtere BG - Werte während der SS, umso
   eher Komplikationen
- Erbrechen in SS: u.U. weniger Insulin vor Essen, wenn kein Erbrechen dann 
  nachspritzen, gut verträgliche Sachen essen
- Hypoglykämien der Schwangeren schaden dem Kind nicht
- ab 20. SSW u.U. morgens früh (ca 4.00 Uhr) zusätzlich Basalinsulin


- BG beim Neugeborenen:   erste 72 Stunden: > 30 mg/dl (bis 60)
                                         nach 72 Stunden: > 40 mg/dl
- Retinopathie: keine Komplikationen durch SS, 
  aber: ggf. Entbindung durch Kaiserschnitt um Presswehen zu vermeiden
- vor der SS bestehende Nephropathie ist nach SS verstärkt
  (u.U. SS kontraindiziert, in jedem Fall bei Kreatinin > 2,5 mg/dl)  
- außer bei Komplikationen erst zum normalen Entbindungstermin in die Klinik
- Fruchtwasseruntersuchungen wegen des Diabetes sind nicht notwendig




Gestationsdiabetes:         Jede während der SS erstmals erkannte KH  
                                     Stoffwechselstörung 
(SS - Diabetes, manifest werdender Typ 1, Typ 2)

Risikofaktoren:                   - Adipositas
                                         - hohes Alter  (> 35 J.)
                                         - positive Familienanamnese
                                             (Typ 1, Typ 2; 1. und 2. Verwandtschaftsgrad.)
                                         - positive geburtshilfliche Anamnese

Behandlung:                       - wie Typ 1 - Diabetes


- Diabetes - Suchtest wird bei allen Schwangeren empfohlen:
- 24. - 28. SSW: Zuckerlösung mit 50 g Zucker trinken.
  Bei BG  nach 1 Stunde von > 140 mg/dl sollte ein Glucosebelastungstest mit
  75 g Glucose folgen. Wird ein SS - Diabetes nicht erkannt, kann es durch den
  zu hohen Blutzucker zu den Komplikationen kommen, die auch bei schlecht
  eingestelltem Typ I - Diabetes auftreten können: Kind zu groß und zu schwer,
  direkt nach der Geburt kann es unterzuckern, die Anzahl der Früh- und Tot-
  geburten steigt an.



- Ein Diabetes  (egal welche Diabetesform) darf während der SS nicht mit oralen
  Antidiabetika behandelt werden, da die Wirkung dieser Medikamente nicht
  genau vorhersehbar und steuerbar ist. Auch ist die Wirkung dieser Mittel auf
  das Kind noch nicht untersucht.


- Nach der Entbindung benötigt eine Frau mit Gestationsdiabetes i.d.R. keine
  medikamentöse mehr. Es sei denn, es hat sich inzwischen ein Typ 1– oder
  Typ 2– Diabetes manifestiert.