HbA1c oder Blutzuckerlangzeitgedächtnis
- Details
- Kategorie: Fachartikel
Das Copyright für diese Beiträge liegt bei sanofi-aventis GmbH, Diabetes News 1/2008, www.diabetesportal.at | ||
HbA1c oder Blutzuckerlangzeitgedächtnis | ||
Der Arzt benötigt verschiedene Werte, um einzuschätzen, ob Ihre derzeitige Therapie erfolgreich ist, oder ob eventuell eine andere Therapie gewählt werden sollte. Doch Hand aufs Herz: Viele Diabetiker achten erst kurz vor dem nächsten Arzttermin mit besonders strengem Blick auf ihre Ernährung, damit der Blutzucker möglichst niedrig ist. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum: Die Nüchternblutzuckermessung zeigt nur eine Momentaufnahme des Blutzuckerspiegels. Um eine kontinuierliche Verlaufskontrolle zu haben, wären engmaschige Blutzuckermessungen erforderlich – sozusagen jede halbe Stunde – Tag und Nacht. Das ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Genau deshalb ist der Langzeitblutzuckerwert HbA1c so entscheidend für Ihre Gesundheit. Damit kann der Arzt beurteilen, wie gut Ihre durchschnittliche Stoffwechseleinstellung über die letzten 2-3 Monate ist und damit kann er Ihre Therapie optimal gestalten! | ||
| ||
Wie entsteht der HbA1c–Wert? | ||
Dazu ein wenig Physiologie:
Hämoglobin (=Hb) ist der so genannte rote Blutfarbstoff, der in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten ist. (Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff aus der Lunge zu den Körperzellen und sorgen für den Abtransport von Kohlendioxid aus den Organen in die Lunge. Die Lebensdauer eines roten Blutkörperchens beträgt etwa 120 Tage. Im Knochenmark werden ständig neue Blutkörperchen gebildet, die „die ausgedienten Alten“ ersetzen. Ein Teil dieses Hämoglobins geht nun eine feste Bindung mit dem Blutzucker ein. Diese Verbindung ist das HbA1, ein Teil davon das HbA1c. Je öfter der Blutzucker über Stunden erhöht ist, umso höher steigt der HbA1c–Prozentwert über den Normalbereich des Nichtdiabetikers an, weil immer mehr Zucker fest angelagert wird. Also, es kommt immer auf den Zeitraum an, in dem der Blutzuckerspiegel erhöht ist: Kurzfristige Spitzen - zum Beispiel eine Stunde nach der Mahlzeit steigt der Blutzucker (BZ) auf 180mg, nach drei Stunden ist er wieder auf 120mg - erhöhen den HbA1c kaum, wäre der BZ-Wert jedoch über die gesamten Nachtstunden auf 180mg, hätte dies sehr wohl einen Einfluss auf den prozentuellen Anstieg des HbA1c. | ||
| ||
Warum wird die Bezeichnung Langzeitwert verwendet? | ||
Wie bereits erwähnt ist die Lebensdauer eines roten Blutkörperchens ungefähr 120 Tage. Es ist ein ununterbrochener Prozess, dass sich der BZ mit dem Blutfarbstoff verbindet. Daher dieser Langzeiteffekt. War die Blutzuckereinstellung schlecht, so ist nach der Blutabnahme der HbA1c hoch, umgekehrt bei guter Blutzuckereinstellung wird das Ergebnis niedrig sein. Dieser Wert kann durch den Arzt mit Hilfe einer Blutabnahme gemessen werden. Insulinpflichtige einmal pro Quartal, nicht Insulinpflichtige nach Absprache mit dem Arzt, aber mindestens zweimal jährlich. | ||
| ||
Welche Rückschlüsse gibt der HbA1c % Wert? |
Genau wie das Hämoglobin können andere Körpereiweiße „verzuckern“. Diese veränderten Körpereiweiße können im Laufe der Zeit ihre Funktion im Körper nicht mehr vollständig erfüllen. Das sind wesentliche Ursachen für das Entstehen der diabetischen Spätfolgen oder auch diabetische Folgeerkrankungen genannt. Besonders betroffen sind Gefäße und Nerven. Daraus folgen zum Beispiel Schäden an Nieren und Augen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nervenschädigungen an den Füßen, schlechte Wundheilung. Langjährige europaweite Studien haben ergeben, dass bei einem niedrigen HbA1c unter 7% das Risiko, an diabetischen Spätschäden zu erkranken deutlich verringert ist. Ist der HbA1c erhöht, dann ist eine Therapieumstellung wichtig. Oft genügt es auch, die bisherige „Lebensweise“ zu überdenken und mögliche Fehlerquellen verbessern. Auf alle Fälle ist ein Handlungsbedarf erforderlich! Mehr über das Thema Diabetes erfahren Sie auf www.diabetesportal.at oder auf www.sanofi-aventis.at |


