Insulininjektion, wie funktioniert das? Viele offene Fragen, natürlich auch Unsicherheit, oder vielleicht sogar Ängste, eine innerliche Abwehr vor dem Unbekannten kann entstehen, wenn es heißt: Insulin spritzen! Wie spritzt man dieses Insulin, worauf muss man achten, kann das gefährlich sein? Das und vieles mehr an Fragen werden einem vor der ersten Insulininjektion durch den Kopf gehen. Mit einem Lächeln wird der „Erfahrene“ an die Anfänge der Insulininjektionen zurückdenken: „Ist ja gar nicht schlimm, geht doch ganz einfach, wenn ich das vorher gewusst hätte, die Ängste waren völlig umsonst…“
 | | Highlights |  | | Das sollte man darüber zu wissen |  | Insulineinheit: Die Dosis wird in IE = Internationale Einheiten festgelegt. Spritzhilfen: Die Injektionen können mittels moderner Injektionshilfen, den so genannten Pens, heute einfach und zuverlässig, durchgeführt werden. Sie haben etwa die Größe von Füllfedern. Zu den einzelnen Geräten gehören passende Insulinpatronen, zum Auswechseln. Diese sind zu je 5 Ampullen in einer Packung mit Rezept in der Apotheke erhältlich. Es gibt auch Einmal-Pens, hier ist die Patrone eingeschweißt, dadurch entfällt der Wechsel. Über Rezept erhält man fünf Stück ebenfalls aus der Apotheke. Die Handhabung dieser Pens erlernt man einfach in einer Diabetiker-Schulung durch die Schulungsschwester oder beim Hausarzt. Es ist immer von eigenem Vorteil, zur Vertiefung des Wissens, wenn man auch die Gebrauchsanweisung noch einmal durchliest. Was ist beim Pen zu beachten: - Bevor mit dem Pen gespritzt wird, sollten immer 1 – 2 Einheiten abgespritzt werden, um zu überprüfen, ob er funktionsfähig ist.
- Bei Verwendung von trüben Verzögerungs- oder Misch-Insulinen den Pen 20-mal hin und her schwenken. Erst jetzt 1 – 2 Einheiten abspritzen, um die Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Danach die vorgeschriebenen Insulineinheiten dosieren und sofort injizieren!
- Die Pen-Nadeln vor jeder Injektion wechseln. Die Nadeln haben einen ganz geringen Durchmesser und sind mit einer dünnen Silikonschicht überzogen. Diese fein geschliffenen Nadeln machen die Injektion schmerzarm, nützen sich aber bei mehrmaligem Gebrauch ab und werden stumpf.
 |  | | |  | | |  |  | | Die Insulininjektion |  | Wohin spritzen? Am besten in das Unterhautfettgewebe, nach leichtem Abheben einer Hautfalte senkrecht oder im Winkel von 45°, bei dicker Haut kann die Hautfalte beim Spritzen losgelassen werden.
 Bild aus dem Buch: Jäckle R, Hirsch A, Dreyer M: Gut leben mit Typ-1-Diabetes. 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag München . Jena 2000; Seite 30 Gezielte Auswahl der Spritzregion: Bauch, Außenseite der Oberschenkel, Gesäß, eventuell die Außenseiten der Oberarme In den Bauch: Hier wirkt gespritztes Insulin am schnellsten, vor allem oberhalb des Bauchnabels. In den Oberschenkel: Hier wirkt Insulin am langsamsten. Der Oberarm: ist als Spritzregion umstritten. Hier steht für die Injektion nur eine kleine Fläche zur Verfügung, Hautveränderungen können häufiger vorkommen. Außerdem erfolgt die Injektion (ohne Hautfalte) hier oft unbeaufsichtigt in den Muskel. Wenn dennoch der Oberarm bevorzugt verwendet wird, sollte man kürzere Pen-Nadeln wählen.
 Die Desinfektion der Einstichstellen ist bei normaler Körperhygiene zu Hause nicht erforderlich. Wichtig ist auch: - Die Spritzstellen bei jeder Injektion wechseln. Werden häufig die selben Spritzstellen bevorzugt, kommt es zu Verhärtungen, das Unterhautfettgewebe wird geschädigt. Als Folge davon wird das gespritzte Insulin zu langsam oder nicht vollständig aufgenommen.
- Nach dem Spritzvorgang die Nadel erst nach 10 Sekunden aus der Haut ziehen.
- Wenn Insulin regelmäßig aus der Spritzstelle zurückfließt, versuchen sie es so:
- Lockern der Hautfalte beim Spritzen. - Den Dosierknopf langsamer als sonst drücken. - Noch etwas länger warten, bevor die Nadel herausgezogen wird. Für das zurückgeflossene Insulin nichts nachspritzen, die Menge kann nicht genau abgeschätzt werden. - Wärme z.B. durch Sonnenbaden, Sauna, heißes Bad, langes Reiben der Injektionsstelle, kann die Insulinaufnahme ins Blut beschleunigen. Es kann zu einer verstärkten, schnelleren Insulinaufnahme kommen. Kälte hingegen wirkt entgegengesetzt.
- In Narben, „blaue Äderchen“, blaue Flecken soll nicht gespritzt werden.
Insulinlagerung:
Verwendetes Insulin soll bei Zimmertemperatur gelagert werden, falls sich nach vier Wochen noch Insulin im Pen befindet, soll es erneuert werden.
Reserve-Insulin lichtgeschützt bei 2 – 8 ° - am besten im Gemüsefach aufbewahren.
Der richtige Zeitpunkt für die Insulininjektion:
Das kommt ganz auf die gewählte Therapiestrategie an: Generell gilt bei Insulinen, die zu den Mahlzeiten gespritzt werden und der Blutzuckerwert bei Werten 100 – 140mg liegt: - bei Misch-Insulinen:
ca. 30-45 Minuten vor der Mahlzeit (= der so genannte Spritz–Ess-Abstand) - bei kurzwirksamen Human-Insulin:
ca. 15–20 Minuten vor der Mahlzeit - bei Analog-Insulinen:
0–15 Minuten vor oder nach der Mahlzeit |  | | |  | | |  |  | | Über sanofi-aventis |  | Die sanofi-aventis Gruppe ist eines der weltweit führenden Pharmaunternehmen. Basierend auf einer der erfolgreichsten pharmazeutischen Forschungen weltweit entwickelt sanofi-aventis führende Positionen in sieben therapeutischen Kernbereichen: Herzkreislauf, Thrombose, Onkologie, Diabetes/Stoffwechselerkrankung, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin und Impfstoffe. Die sanofi-aventis Gruppe ist in Paris (EURONEXT : SAN) und in New York (NYSE - SNY) gelistet. Nähere Informationen auf www.sanofi-aventis.at. |
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