Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes – das Richtige für ZWEI!

Nr. 06 / 2008

 

Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes – das Richtige für ZWEI!


Die Umstellung der Ernährung, um sich und Ihr Baby mit all dem zu versorgen, was Sie beide benötigen und gleichzeitig eine optimale Blutzuckereinstellung zu erreichen bedeutet NICHT MENGENMÄSSIG für ZWEI zu essen sondern die RICHTIGE AUSWAHL für ZWEI zu treffen.
Anhand der untenstehenden Tabelle finden Sie Unterstützung für die richtige Wahl:

 

Übersicht Optimale Nahrungmittel und Getränkeauswahl sowie Nahrungsmittel und Getränke mit negativer Blutzuckerwirkung bzw. hohem Fettanteil

Optimale Nahrungmittel und Getränkeauswahl J

Nahrungsmittel und Getränke mit negativer Blutzuckerwirkung bzw. hohem Fettanteil  L

Zuckerfreie Getränke:
Wasser, Mineralwasser, Tee ohne Zucker, kl. Mengen koffeinfreier Kaffee, Light-Limonade, Zitronensaft für alle Getränke;

Zum Süßen empfiehlt sich Cyclamatfreier Süßstoff!

Zuckerhältige Getränke:

Sirup, Limonaden, Fruchtsäfte, Gemüsesäfte, Wellnessgetränke, gezuckerte Joghurtdrinks, Eistee, ...

 

Vollkornbrot mit ganzen Körnern oder feinvermahlen, Roggenbrot und Schwarzbrot oder Bauernbrote mit Sauerteig, Vollkorngebäck mit ganzen Körnern

Weißbrot, Semmel, Laugengebäck, Toastbrot (auch Mehrkorntoastbrot), Zwieback, Reiswaffeln, Knäckebrot

Kuchen, Süßspeisen, Torten, Kekse 

Naturreis, Wildreis, Hirse, Perlweizen, ...

Rundkornreis, Risottoreis, Jasminreis

Vollkornnudeln, Hartweizengrießteigwaren ohne Ei al dente zubereitet

Eierteigwaren, Reisnudeln

Petersilerdäpfel, Salz- oder Kümmelerdäpfel mit viel Gemüse und Salat, Erdäpfelsalat ohne Mayonnaise, fettarmer Erdäpfelschmarrn

Erdäpfelpüree

(aufgrund des Fettgehaltes ungünstig: Pommes frites, Bratkartoffel, Kroketten)

Nockerl, Spätzle, Knödel mit viel Gemüse und Salat

 

Rohes Obst wie Apfel, Birne, Pfirsich, Beeren, Zitrusfrüchte, Melonen, Marillen,...

Obst- und Gemüsesäfte, Banane, Kirschen, Weintrauben (höherer Zuckergehalt)

Gemüse, Pilze und Salate in allen Variationen

Gebundenes Gemüse und Cremegemüse

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen Linsen

 

½ l fettarmes Milchprodukt: Joghurt 1%, Buttermilch, Sauermilch, Magermilch,...

Schlagobers, Creme fraiche, Sauerrahm, Mascarpone in großen Mengen

120-150g mageres Fleisch, Geflügel – 3-4 x pro Woche

Beef tartare oder nur zartrosa und bloody gebratenes Fleisch

150 g Fisch: 1-2 x pro Woche fetten Fisch wie Lachs, Makrele, Sardinen, Thunfisch oder Alpenlachs und 1 x pro Woche mageren Fisch

Rohe Fischerzeugnisse wie Räucherlachs!

Gekochter Puten-, Schweine- oder Rindersaftschinken, Pfefferkarree

Fette Wurstwaren: Wiener Wurst, Extrawurst, Leberkäse, Frankfurter Würstel, ....
Rohwürste: Salami, Kantwurst, Rohschinken...

5-7 dag magerer Käse   (35% FiT) oder Topfen 10% -20% Fett

Käsesorten über 35% FiT

3-4 Eier pro Woche/fettarm zubereitet oder in verkochter Form

Keine rohen Eier

3 EL Öl: Rapsöl, Olivenöl, ... zum Kochen
1 EL Pflanzenmargarine zum Streichen pro Tag

Fast Food: Hot Dog, Kebab, Pizzaschnitte, Hamburger etc. 

Frittiertes wie Schnitzel, Pommes, ...

Ersatzmöglichkeiten zum Süßen: zuckerfreie Puddings, Diätfrüchtejoghurt, Obst, 1 TL zuckerreduzierte Marmelade auf Vollkornbrot oder 2 Würferl Schokolade mit 70% Kakaoanteil, zuckerfreie Kaugummi und Bonbons (Achtung: kann Blähungen bis Durchfall verursachen)

Süßwaren, Süßspeisen, Mehlspeisen: Schokolade, Kekse, Kuchen, Torten wenn möglich meiden; herkömmliche Marmelade, Honig und Schokoladecreme

 

Gerade aus Angst vor erhöhten Blutzuckerwerten und deren Folge für die Gesundheit des Babies sparen Frauen gerne entweder generell oder vor allem bei den Kohlenhydratreichen Lebensmitteln und haben so vermehrt Hunger. Dies kann soweit führen, dass sogar Gewicht verloren wird und die Umstellung des Körpers auf Hungerstoffwechsel zusätzlich negative Auswirkungen für Ihr Baby haben kann.

Trotzdem Ihr Blutzucker erhöht ist und auch dann wenn Sie trotz der optimalen Lebensmittelauswahl erhöhte Blutzuckerwerte haben, müssen Sie ausreichend alle Nährstoffe zuführen. Es besteht hierbei ein Insulinmangel bei dem Ihre Bauchspeicheldrüse nicht die benötigten Insulinmengen bereitstellen kann. Bestehen weiterhin erhöhte Werte muss Ihr Arzt Sie über eine etwaige Insulintherapie informieren. 

Gleich im Anschluss finden Sie einen Speisplan, der Ihnen helfen kann, sich und Ihr Baby mengenmäßig optimal zu versorgen. Gleichzeitig soll er Ihnen Sicherheit geben, dass Sie OHNE HUNGER, genügend essen dürfen. Dieser Plan ist zusätzlich in Broteinheiten berechnet. Wenn Sie sich also genau an die Mengen von Brot und Gebäck, Beilagen wie Kartoffel, Reis, Nudeln, Obst und Milchprodukten halten, wird Ihr Blutzucker immer ähnlich hoch ansteigen und so kann Ihr Arzt – wenn notwendig - auch rasch eine Einstellung mit Insulin veranlassen.

 
   

Vorschlag für einen Tagesspeiseplan bei Gestationsdiabetes

z.B. für eine Betroffene in der 24. Schwangerschaftswoche;
            Ausgangsgewicht vor Schwangerschaft: 60 kg; jetzt 66 kg

 

Frühstück

 

4 BE*

2-3 Scheiben Vollkornbrot (150g) oder Schwarzbrot (125 g) 

Belag: dünn Pflanzenmargarine oder 4 Blatt Schnittkäse od.1 kl. Eckerlkäse (35 % F.i.T.), oder 4 Blatt magere Wurst, Schinken oder magere Pastete oder 1 Ei

Gemüse wie Tomaten, Gurke, etc. in beliebigen Mengen

Vormittagsjause

2 BE*

¼ l Milchprodukt (Milch, Diätfruchtjoghurt oder Buttermilch, ...) + 1 Stück Obst  

oder 2 Stück Obst oder 1 Scheibe Brot mit wenig Belag (wie beim Frühstück)

Mittagessen

 

5 BE*

Klare Suppe mit Gemüse oder Salat als Vorspeise

Beilage: 5   eigroße Kartoffeln (= 350 g) oder max.                           
               1 Suppenschöpfer gekochter Reis, Teigwaren oder Nockerl (=250 g 
               gekocht) oder 2-3 Scheiben Vollkornbrot (150g)

Eventuell ca. 150 g mageres Fleisch, Geflügel oder Fisch, natur 

reichlich Gemüse (natur) und/oder viel Salat

(zur Zubereitung für alle Gerichte max. 1-1,5 EL Öl pro Person)

Nachmittagsjause

2 BE*

z. B.: 2 dünne Scheiben (60g) Vollkornbrot mit Margarine und zuckerreduzierter Marmelade

Abendessen

 

5 BE*

WARME MAHLZEIT:  siehe Mittagessen 

kalte Mahlzeit: 2-3 Scheiben Vollkornbrog (150g)

Belag:ca. 3 Blatt magere Wurst, Schinken, Käse oder

             ca. 150 g   Topfen oder Hüttenkäse

dazu reichlich rohes Gemüse, wie z.B. Tomaten, Paprika, 

Radieschen, etc. oder auch als Salat mit max. 1 TL Öl

Spätmahlzeit

2 BE*

1 Stk. Obst und 1/4l Milchprodukt wie vormittags

Getränke

Wasser, Soda-, oder Mineralwasser, ev. mit Zitronensaft, Light-Limonaden , Kräutertee, Früchtetee oder   1-2 Tassen Schwarztee und koffeinfreier Kaffee

* BE: = Broteinheit: 
1 Broteinheit entspricht 12 g Kohlenhydraten/Zucker; Die Ernährung muss dann in  Broteinheiten berechnet werden, wenn trotz der Umstellung der Kost die Blutzuckerwerte 1   Stunde nach dem Essen über 130 mg/dl sind und Insulin gespritzt werden muss. Dann sollte die Brot- und Beilagenmenge genau bemessen und auf die Zwischenmahlzeit nicht vergessen werden.   Die Spätmahlzeit ist besonders wichtig wenn ein langwirksames Insulin abends gespritzt werden muss, um schöne Nüchternblutzuckerwerte zu erreichen.

 

Quelle:

 
Sanofi-aventis
SATURN Tower
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Fax: +43 1 80185 8110
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Newsletter 6/2008, 07.07.2008