Mehr zum Thema Diabetes und die Füße...

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Was hat Diabetes mit den Füßen zu tun…..

Vielleicht haben Sie sich das schon einmal gefragt, oder Sie wissen sogar, dass dies ein sehr umfangreiches Thema ist.

Wenn über längere Zeit die Blutzuckerwerte und somit der Hba1c erhöht sind, dann können die Füße eines Menschen mit Diabetes stärker gefährdet sein, als die eines Nichtdiabetikers. 
Bereits kleine Hautverletzungen und Wunden können zu großen Komplikationen führen. 
Der Grund dafür ist, dass der erhöhte Blutzucker Veränderungen an Gefäßen und an den Nerven verursachen kann - die so genannten Durchblutungsstörungen (= Angiopathie) und Nervenschädigungen (= Neuropathie).
Der Schwerpunkt dieses Newsletters ist die Nervenschädigung an den Füßen

 

Dazu wieder ein wenig Physiologie:

 


Das Sinnesorgan Haut ist der Informationslieferant für Druck-, Berührungs-, Temperatur- und Schmerzempfinden. Rezeptorsysteme (= Empfangs- bzw. Aufnahmeeinrichtungen des Organismus für bestimmte Reize) sind über die ganze Oberfläche der Haut verteilt. 
Es kommt zu einer Signalübertragung von diesen Nervenzellen zur Großhirnrinde. 
Der Temperatursinn ist verantwortlich für die Wärme und Kälteempfindung, der Druck- und Berührungssinn gibt Informationen über die Beschaffenheit von Gegenständen, z.B. über Größe, Form, Beschaffenheit von Dingen, auch ob ihre Oberfläche weich, hart, rau, glatt, nass oder trocken ist. 
Der Schmerzsinn ist der wichtigste Sinn für die Lebenserhaltung. Er dient weniger der „Erkennung“ der Umwelt als der Abwehr und Vermeidung von Schäden.

Wenn nun der Blutzuckerspiegel über Jahre erhöht ist, kann das Nervensystem beeinträchtigt werden. Vor allem die Nervenfasern an den Füßen und Beinen  sindrelativ früh betroffen.

Die diabetische Neuropathie lässt sich in 3 Formen unterteilen:

 
   
Bei der sensorischen diabetischen Neuropathie

kommt es zum Verlust der Wahrnehmung schädlicher Einflüsse, z. B. wenn ein Steinchen im Schuh ist. Die Nerven, die die Empfindungen von der Körperoberfläche zum Gehirn weiterleiten, sind gestört. Durch den Wahrnehmungsverlust kommt es meist zu einem längeren Einwirken des schädigende Einflusses / des schädlichen Gegenstandes und somit zu einer verzögerten Reaktion oder Handlung.
Wenn die Schutzreflexe, die den Schmerz vermitteln und zu Abwehrmaßnahmen führen, ausfallen, kann eine kleine Verletzung unbemerkt bleiben. Es können größere Wunden entstehen, die wiederum nicht bemerkt werden.
Kommt es zu herabgesetzter Temperaturempfindlichkeit, kann dies zu Verbrühungen und Verbrennungen führen. 

 

Typische Symptome der sensorischen Neuropathie:



Spüren kann man:

• Schmerzen: vor allem nachts, oft als stechend (lanzinierend), blitzartig,  krampfartig typisiert
• Kribbeln 
• Taubheitsgefühl ( = Hypästhesie, strumpfförmige Sensibilitätsausfälle)
•  „Ameisenlaufen“
• Gangstörungen: durch die gestörte Tiefensensibilität kommt es zu einer mangelnden Koordination der Bewegung, oft Gefühl „auf Watte“ zu gehen
• Temperaturmissempfindungen (Wärme, Kälte)
• Vermehrte Berührungsempfindlichkeit (= Hyperästhesien): Oft ist der Reiz der Bettdecke für den Betroffenen unerträglich
• „Burning-Feet-syndrom“: Darunter versteht man „Anfallsweise, meist nachts auftretende schmerzhafte Parästhesie ( Brennen) der Füße, infolge Polyneuropathie“(W. Pschyrembel, 1990, S. 249)
Charakteristisch für die Symptome ist eine Verschlechterung in der Nacht und eine Besserung beim Gehen

 
   
Motorische diabetische Neuropathie

Aufgrund einer Atrophie der Zehenmuskulatur kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Beuger und Strecker, was zu einer Zehendeformität führt (Krallen- oder Klauenzehenbildung möglich). Durch die veränderte Gangart kommt es zu einer Fehlbelastung des Fußgewölbes. Somit werden bestimmte Bereiche der Fußsohle besonders belastet (hier häufen sich Druckläsionen) und eine eingeschränkte Gelenksbewegung sowie eine Deformität des Fußes sind die Folge (Krallenfuß, Hammerzehen, Hohlfuß, Spitzfuß oder Kallusbildung).

 

Unter Kallusbildung versteht man:

 

Am Fuß entsteht überschüssige Hornhaut (Kallus, Schwiele), die hart ist und selber Druck ausübt. Häufig ist sie auf ungeeignetes Schuhwerk zurückzuführen. Eine große Gefahr besteht darin, dass darunter Hämatome oder Ulzera entstehen können.
Ein weiteres Anzeichen für die motorische Neuropathie können schmerzlose Hühneraugen sein, bedingt durch eine Zehenfehlstellung. 

 
   
Autonome diabetische Neuropathie

Durch die Schädigung der schweißregulierenden Nerven wird die Schweißsekretion gestört. Dadurch kann die Haut leicht austrocknen und rissig werden. Hautkeime haben somit über die Einrisse der Haut einen leichteren Zugang in tiefere Hautschichten. Durch die fehlende Elastizität und Plastizität kann die Haut auch nicht mehr auf Druckeinwirkungen reagieren.
Oft liegen auch Wachstumsstörungen an Haut und Nägeln vor.

Symptome für eine autonome Neuropathie:

• Trockene Haut
• Haut ist wenig elastisch
• Fußschwellungen

Ärztliche Diagnostik 


Sollte einmal jährlich durchgeführt werden

Zur Reflexüberprüfung wird mittels einer Stimmgabel die Vibrationsmessung durchgeführt

 

Vorbeugung: 


Gute Blutzuckerwerte
Auf richtige Fußpflege achten  -  mehr davon im nächsten Newsletter

 
   
Über Diabetes

In Österreich leben derzeit über 300.000 DiabetikerInnen. Weltweit gibt es laut WHO derzeit 177 Millionen DiabetikerInnen. Die Tendenz ist stark steigend. Man unterscheidet Typ-1- und Typ-2-Diabetiker und das Stadium des Prädiabetes. Innovative Therapien machen heutzutage ein fast normales Leben möglich. Auf Urlaubsreisen haben DiabetikerInnen aber einige Dinge zu berücksichtigen. Erfahren Sie alles rund um das Thema Diabetes auf unserer neuen Website www.diabetesportal.at. Die „Gute Reise“ finden Sie unter dem Punkt „Im Alltag“.

 
   
Über sanofi-aventis
Die sanofi-aventis Gruppe ist eines der weltweit führenden Pharmaunternehmen. Basierend auf einer der erfolgreichsten pharmazeutischen Forschungen weltweit entwickelt sanofi-aventis führende Positionen in sieben therapeutischen Kernbereichen: Herzkreislauf, Thrombose, Onkologie, Diabetes/Stoffwechselerkrankung, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin und Impfstoffe. Die sanofi-aventis Gruppe ist in Paris (EURONEXT : SAN) und in New York (NYSE - SNY) gelistet. Nähere Informationen auf www.sanofi-aventis.at.
 
   

zuletzt geändert: August 19, 2008

 

Quelle:

Nr. 07 / 2008

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