Tabletten - Behandlung bei Typ 2 - Diabetes
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Ich betone ausdrücklich, dass die Verordnung und Dosierung der Tabletten zur Typ 2 - Diabetestherapie grundsätzlich Arztanordnung ist und nicht ohne ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt verändert werden sollte.
Allgemeingültige Regel ist, dass bei neu erkanntem Typ 2 - Diabetes i.d.R. zunächst versucht werden sollte, das Körpergewicht zu senken, um dadurch die Insulinempfindlichkeit der Insulinrezeptoren wieder zu erhöhen. Das erfordert natürlich eine entsprechende Beratung bzw. Schulung, um über die dazu notwendigen Massnahmen informiert zu sein.
Erst wenn nach ca 1/2 Jahr kein Erfolg sichtbar wird, beginnt in der Regel die Tablettentherapie.
Dabei kann es innvoll sein, verschiedene Tablettenwirkstoffe miteinander zu kombinieren. Spätestens wenn mit einer Gesamtmenge von 5 Tabletten zur Diabetestherapie (sogenannte OAD = Orale Antidiabetika) keine ausreichend guten Blutzuckerwerte zu erreichen sind, muss die Therapie auf Insulin umgestellt werden. Dabei ist in manchen Fällen auch eine Kombination von OAD und Insulin durchaus sinnvoll.
Man sollte als Typ 2 - Diabetiker die Umstellung auf Insulin nicht lange herauszögern, da die schlechten (erhöhten) Blutzuckerwerte zu erheblichen unnötigen Komplikationen führen werden. Diese lassen sich durch eine gute Blutzuckereinstellung mit Insulin weitestgehend vermeiden.
Egon Manhold
22.07.2006
Orale Antidiabetika zur Behandlung des Typ 2 - Diabetes
(Stand: November 2005)
Orale Antidiabetika:
- Sulfonylharnstoffe
- Repaglinide
- Insulinsensitizer = Glitazone
- Resorptionsverzögerer
- Biguanide
Die im Folgenden genannten Medikamenten-Namen sind nur einige wenige der auf dem Medikamentenmarkt erhältlichen OAD. Insgesamt gibt es weit über 200 dieser Medikamente auf dem deutschen Markt.
Sulfonylharnstoffe: z.B.
- Glibenclamid > Euglucon®
- Tolbutamid > Rastinon®
- Glibornurid > Glutril®
- Glisoexpid > Pro-Diaban®
- Glimepirid > Amaryl®
Wirkungsweise: - Stimulation der ß-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse),
das bedeutet vermehrte Insulinproduktion
- initiale Steigerung des Insulins im Blut mögliche
Nebenwirkungen: - Hypoglykämien - Verstärkung des Übergewichts - sehr selten: allergische Reaktionen
Gegenanzeigen/ - Typ 1 - Diabetes
Anwendungsbe- - Funktionseinschränkung von Niere und/oder Leber
schränkungen: - Schwangerschaft u. Stillzeit
- Sekundärversager
- vorübergehender Insulinbedarf (z.B. bei akuten Erkrankungen,
(Operationen u.ä.)
Wechselwirkung mit
anderen Medikamenten:
verstärkendeWirkung abschwächende Wirkung Sulfonamide Corticoide
ACE-Hemmer Diuretika
Betablocker Östrogene, Gestagene
Dosierung: maximal 10,5 mg/Tag
Repaglinide: z.B. > NovoNorm®
Indikation: - Typ 2 - Diabetes mit eigener
Insulinproduktion Wirkungsweise:
- ähnlich den Sulfonylharnstoffen:
In der BSD gebildetes Insulin wird in das Blut ausgeschüttet
> Hyperinsulinämie
- Im Gegensatz zu SHS jedoch nur kurze HWZ, deshalb nur
kurzdauernde Insulinfreisetzung
- in Verbindung mit einer Hauptmahlzeit führt es zu einer
kurzfristigen erwünschten Insulinfreisetzung
(Einnahme nur im Zusammenhang mit einer Hauptmahlzeit)
Mögliche Vorteile: - weniger (schwere) Hypoglykämien
- flexibelerer Umgang mit den Mahlzeiten
mögliche Nebenwirkungen: - Hypoglykämien
- Leberenzymerhöhung
- Sehstörungen
Gegenanzeigen/Anwen- - Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff/Hilfsstoffe
dungsbeschränkungen: - Typ 1 - Diabetes
- Diab. Ketoazidose
- Schwangerschaft / Stillzeit
- Lebensalter 75 Jahre (bisher keine Studien)
- schwere Leber- u. Nierenerkrankungen
- gleichzeitige Einnahme von Medikamenten die den Abbau von
Repaglinide beeinflussen
Dosierung: max. Einzeldosis: 4 mg
max. Tagesdosis: 16 mg
Insulinsensitizer (Glitazone): z.B.
- Pioglitazon >Actos®
- Rosiglitazon >Avandia®
Indikation:
Typ 2 - Diabetes mit noch vorhandener Insulinproduktion
Wirkungsweise:
Die bei Typ 2- Diabetes bestehende Insulinresistenz wird verbessert, so daß das im Körper vorhandene Insulin an den Insulinrezeptoren besser wirken kann:
= Stimmulierung der Glucoseaufnahme in die Körperzellen
Vorteile:
- keine Steigerung der Insulinproduktion
mögliche Nebenwirkungen:
- Hypoglykämie (in Kombination mit anderen OAD)
- lokale Schwellungen (Ödeme)
- leichte Verringerung der roten Blutkörperchen (Anämie)
- Gewichtszunahme
- beeinträchtigte Leberfunktion
- Cholesterinerhöhung
- Kopfschmerzen
Gegenanzeigen:
- Allergie gegenüber dem Wirkstoff
- Herzerkrankung
- Lebererkrankung
Anwendungsbeschränkungen:
- Insulin spritzen (in den USA zugelassen)
- Schwangerschaft / Stillzeit
- wenn bereits Sulfonylharnstoff und Metformin eingenommen wird
- Laktose-Unverträglichkeit
Dosierung:- vor, während oder nach der Mahlzeit
- 4 mg/Tag bzw. maximal 8 mg/Tag
- Guarpräparate > Glucotard®
- Acarbose > Glucobay®
Wirkungsweise: - Hemmt den Abbau von allen Kohlenhydraten im Darm -
(außer Glucose)
- dadurch verminderte und verzögerte BZ - Erhöhung nach
Nahrungsaufnahme
- keine Senkung des Nüchtern-BZ
- keine wesentliche Besserung des HbA1/HbA1c
Vorteile: - keine Hypoglykämien
- keine Steigerung der Insulinproduktion
mögliche Nebenwirkungen: - Völlegefühl
- Blähungen
- Bauchkrämpfe
- Leberfunktionsstörungen
Anwendungsbeschränkung: - Leberfunktionsstörung
Dosierung: - vorsichtiger Einstieg (Nebenwirkungen)
- maximal 600 mg/Tag (3x200 mg)
Biguanide:
Zugelassen z.Zt. nur noch:
Metformin z.B.: > Glucophage®
> Mediabet®
> Mescorit®
> Siofor®
Wirkungsweise: - Hemmung der hepatischen Glucoseproduktion
- Hemmung der intestinalen Glucoseaufnahme
- Stimulierung der Glucoseaufnahme in die Körperzellen
Vorteile: - keine Hypoglykämiegefahr
- keine Steigerung der Insulinproduktion
mögliche Nebenwirkungen: - Völlegefühl - Appetitlosigkeit
- Duchfälle - Erbrechen
- metallischer Geschmack
- Erhöhung der Blutlaktatspiegel
= Gefahr des ketoazidotischen Koma!
Gefahr nur sehr gering, bei Beachtung der Gegenanzeigen
und Anwendungsbeschränkungen
Gegenanzeigen/
Anwendungsbeschränkung: - Funktionseinschränkung von Leber und/oder Niere
- Neigung zu Herzinsuffizienz
- Neigung zu respiratorischer Insuffizienz
- Neigung zu rezidivierenden fierberhaften Erkrankungen
- Anamnese einer Pankreatitis
- Regelmäßiger Alkoholkonsum bzw. -abusus
- periphere arterielle Verschlußkrankheit
- Lebensalter über 65 -70 Jahre
- Schwangerschaft / Stillzeit
- Hypokalorische Ernährung unter 1000 kcal/Tag
Dosierung: - maximal 3 g/Tag (3x1g)
Warnhinweis:

