Diabetes in der Schule

Übernommen vom Newsletter von
diabetes-world.net

Dienstag, 15. August 2006       von Dipl. oec. troph. Monika Haas, Diabetes-world.net

Diabetes in der Schule – das kleine 1 x 1 für Lehrer

Dieser Leitfaden ist auf der Basis eines Runderlasses des nordrhein-westfälischen Kultusministers, nach Empfehlungen des Ausschuss „Soziales" der Deutschen Diabetes Gesellschaft, zusammengestellt. Und: Er soll allen betreuenden Personen eine kleine Hilfestellung sein.


     
  • Diabetische Kinder sind wie alle anderen Kinder
    den Anforderungen der Schule gewachsen und sollen dementsprechend behandelt werden. An allen schulischen Aktivitäten (Sportunterricht, Ausflüge, Klassenfahrten) können sie teilnehmen - sie benötigen nur etwas mehr Aufmerksamkeit des Lehrers sowie der Mitschüler.
     
  • Diabetische Schüler brauchen keine besondere Behandlung.
    Wichtig ist zu wissen, dass die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit durch Schwankungen des Blutzuckers beeinflusst werden kann – insbesondere durch Unterzuckerungen (so genannten Hypoglykämien, kann eine erhöhte Reizbarkeit entstehen.
     
  • Essen und Trinken während des Unterrichts
    Diabetischen Kindern muss es gestattet sein,
    jederzeit - auch während des Unterrichts - zu essen und zu trinken. So können Unterzuckerungen vermieden werden.
  • Die Blutzuckermessung und das Spritzen von Insulin
    – auch während des Unterrichts – muss aufgrund der individuellen Therapie gestattet werden.
  • Das Thema „Diabetes“
    sollte in der Klasse besprochen werden, um das Verständnis der Mitschüler für diese Erkrankung und die Verantwortung gegenüber dem diabetischen Schüler zu fördern.
  • Traubenzucker
    sollte stets in ausreichender Menge (1 Packung = 8 Täfelchen) beim Lehrer, bei der Pausenaufsicht, im Klassenzimmer, in der Sporthalle, im Schulsekretariat und ggf. beim Klassensprecher verfügbar sein. Zusätzlich sollte das diabetische Kind griffbereit, an einem allen Personen bekannten Ort, Traubenzucker aufbewahren.

Akutkomplikationen: Situationen, die ein besonderes Handeln der Betreuungspersonen erfordern

1. Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Anzeichen einer Unterzuckerung
Kopfschmerzen
Schwitzen
Zittern
Blässe
Schwäche
Müdigkeit
Konzentrationsmangel
Aggressivität
Sprech- und Sehstörungen
Hungergefühl
  • Bei Bewusstlosigkeit infolge einer Hypoglykämie:
    Traubenzucker zwischen Wange und Zähne legen, Seitenlagerung (wie nach Verkehrsunfall), Arzt verständigen (Information durchgeben: „Diagnose Diabetes, Anlass Hypoglykämie“), ggf. Glukagon-Notfall-Set gebrauchen.
    Vorsicht: Keine flüssige oder feste Nahrung geben (Gefahr des Verschluckens!) Schnell verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Haushaltszucker, z.B. Würfelzucker, Fruchtsaft, Coca Cola (nicht light!)) nach dem Aufwachen geben!
  • Das Glukagon-Nofall-Set sollte für den Fall der schweren Unterzuckerungen mit Bewusstseinsverlust und Krämpfen, kühl gelagert, in der Schule vorrätig sein. Jeder Lehrer sollte damit umgehen können.
  • Bei häufigen Unterzuckerungen sollte Kontakt mit den Eltern aufgenommen werden – ggf. muss die Therapie durch den betreuenden Arzt angepasst werden.

2. Überzuckerung (Hyperglykämie)

In Ausnahmefällen kann der Blutzucker trotz Insulin-Injektionen in die Höhe schießen. Mögliche Ursachen dafür sind beispielsweise Fehler beim Spritzen, falsche Ernährung, ein fieberhafter Infekt oder Aufregung.

Anzeichen einer Überzuckerung
starker Durst
häufiger Harndrang
rasche Ermüdung
Übelkeit
Acetongeruch (süßlich, wie überreifes Obst)

Treten mehrere der oben genannten Symptome einer Überzuckerung gleichzeitig auf, deutet dies auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung hin. Wird jetzt nicht schnell gehandelt, kann eine Übersäuerung des Blutes zu einem lebensgefährlichen diabetischen Koma führen. Besteht der Verdacht auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung, sollte sofort ein Arzt hinzugezogen und anschließend die Eltern informiert werden.


 

Der Schüler/die Schülerin

benötigt Mahlzeiten zu folgenden Zeiten:
1. Frühstück: Vesper:
2. Frühstück: Abendessen:
3. Frühstück: Spätmahlzeit:
Mittagessen:
Eltern:
Tel. (privat): Tel. (beruflich/mobil):
Arzt:
Name: Tel. (Praxis):

Quellen:
(1) Finck H, Malcherczyk L: Diabetes & Soziales (2002)
(2) Runderlass des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen (1987)
(3) http://www.kidiku.de/Informationen/lehrerinfo.pdf
(4) Gesundheitpro.de: Tipps und Informationen für Lehrer und Betreuer von Schülern mit Diabetes