Ergebnisse der Motivationsumfrage
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- Kategorie: für Fachkräfte
Gefunden in www.diabetes-world.net
Autor: Dr. med. Walter Fischer
Ergebnisse der Motivationsumfrage
„Ich beherrsche meinen Diabetes, nicht er mich!“
Diese und ähnliche Antworten bekamen wir häufig auf unsere Frage, was Menschen mit Diabetes motiviert, ihre Therapie konsequent einzuhalten. Denn wenn man seinen Diabetes durch ein gutes Management beherrscht, kann man ein ganz normales Leben ohne Einschränkungen führen.
82,3 Prozent der insgesamt 1006 Teilnehmer der Umfrage nannten genau dies als sehr starken Motivationsgrund: Im Berufs- und Privatleben voll integriert zu sein. Und weil man sich mit gut eingestellten Blutzuckerwerten einfach wohler fühlt, ist das ebenfalls ein erstrebenswertes Ziel, das für 80,6 Prozent unserer Umfrageteilnehmer als Motivation für eine konsequente Diabetes-Therapie dient (s. Abb. 1).
Auch Wissen motiviert. Denn je mehr man über den Diabetes weiß, desto besser kann man sich mit seinem Arzt über Therapiemöglichkeiten unterhalten. Aus diesem Grund dient es für 73,2 Prozent der Teilnehmer der Motivation, immer auf dem aktuellen Wissensstand zu sein (s. Abb. 2).
Belohnung für gute Werte
Natürlich kann es auch die Motivation fördern, wenn eine Belohnung für langfristig gute Werte in Sicht ist. Was als Belohnung angesehen wird, legt dabei jeder ganz individuell für sich fest. Bei unserer Umfrage war es etwa ein Ausritt mit dem Pferd am Wochenende, den sich eine jugendliche Typ 1-Diabetikerin gönnt, wenn sie die Woche über ihren Diabetes gut eingestellt hat. Für andere, in unserer Umfrage 71,3 Prozent, stellen die guten Blutzuckerwerte an sich bereits eine starke Motivation dar, ihre Therapie einzuhalten – eine zusätzliche Belohnung brauchen sie gar nicht. Nicht nur einzelne tagesaktuelle Werte, sondern auch der HbA1c-Wert ist ein wichtiges Kontrollinstrument, wie gut der Diabetes eingestellt ist. 67,8 Prozent unserer Befragten lassen sich durch die Tatsache zu einer guten Therapie motivieren, dass sie ihren HbA1c-Wert selbst in den Griff bekommen können. Ein Einsender hat dafür die treffende Formulierung gefunden: „Eigenverantwortung ist die halbe Miete!“
Ein ganz normaler Vorgang
Wenn Diabetes erstmals festgestellt wird, bedeutet das zunächst eine Umstellung verschiedener Lebensgewohnheiten. Auch an das tägliche Blutzuckermessen muss man sich erst gewöhnen, jedoch ist es nach kurzer Zeit für die meisten Menschen mit Diabetes „so normal wie Zähneputzen“ oder „wie das Kuppeln beim Schalten“. Menschen mit dieser Einstellung brauchen keine spezielle Motivation, da sie das Blutzuckermessen routinemäßig in ihren Alltag integriert haben. So sagt beispielsweise ein Teilnehmer unserer Umfrage: „Die Therapie ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich habe damit keine Probleme.“
Gesund essen
Natürlich gehört auch eine gesunde Ernährung zu einem erfolgreichen Diabetes-Management.
Meistens hat die Umstellung auf eine gesunde Ernährung gleichzeitig auch eine Gewichtsabnahme zur Folge, was für viele als Motivation bereits genügt. Aber auch sportliche Betätigung kann dazu motivieren, sich gesund zu ernähren. Denn wer sich gut ernährt, hat mehr Spaß am Sport, die Blutzuckerwerte verbessern sich - unter Umständen kann sogar die Medikamentendosis reduziert werden. Da man durch sportliche Betätigung außerdem ebenfalls abnimmt, bzw. sein Gewicht hält, ist das ein doppelter Motivationsgrund für eine gesunde Ernährung und damit für eine gute Diabetes-Therapie.
Doch nicht jeder braucht den Sport als Motivation für eine gesunde Ernährung. Ein Teilnehmer der Umfrage betrachtet die Einhaltung seiner Diabetes-Therapie ganz nüchtern und pragmatisch. „Ich brauche keine Tricks“, sagt er, „ich halte mich ganz einfach an die Ernährungsempfehlungen!“
Und wer dabei nicht ganz auf Süßes verzichten möchte, kann sich nach dem Rat eines Teilnehmers richten: „Gummibärchen statt Schokolade, Mürbeteigtaler statt Kuchen, Aprikosen statt Weintrauben und Kirschen.“
Schäden vermeiden
Eine Belohnung ist nicht nur das, was man bekommt. Manchmal besteht der Lohn auch darin, etwas nicht zu bekommen. Für 72 Prozent unserer Befragten stellt die Vermeidung von Hypoglykämien die Motivation für die Einhaltung ihrer Diabetes-Therapie dar. 53,5 Prozent wollen durch gut eingestellte Werte mögliche diabetische Folgeschäden vermeiden.
Für eine schwangere Frau mit Diabetes kann es wohl keinen stärkeren Motivationsgrund geben als den, Schäden durch einen schlecht eingestellten Diabetes von ihrem ungeborenen Kind abzuwenden. Andere fühlen sich als Familienvater besonders verpflichtet: „Mein dreijähriger Sohn gibt mir jeden Tag die Kraft und den Willen, meine Diabetes-Therapie einzuhalten,“ antwortet ein Umfrageteilnehmer auf die Frage, wie er sich für seine Diabetes-Therapie motiviert.
Austausch mit anderen
Der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen, in Internet-Foren und Chats oder der regelmäßige Besuch von Schulungen dient ebenfalls vielen Menschen mit Diabetes als Quelle der Motivation, ihrer Therapie treu zu bleiben. Dabei lernt man immer dazu, man hört unterschiedliche Meinungen und bekommt oft Tipps, auf die man selbst vielleicht nie gekommen wäre. So schöpfen etwa viele Menschen mit Diabetes ihre Motivation aus Meditation oder Autogenem Training. Vielen dienen diese Anregungen durch andere dazu, auch in ihr persönliches „Motivationsprogramm“ neue Strategien aufzunehmen.
Das Ziel…
… ist für alle Menschen mit Diabetes dasselbe: Gut eingestellte Blutzuckerwerte, um ein Leben ohne Einschränkungen führen zu können. Wie man durch die Einhaltung der persönlichen Diabetes-Therapie die Grundlage dafür schafft, ist – eine Frage der Motivation!
Hier finden Sie das komplette Ergebnis der Motivationsumfrage zur Erstellung eigener Präsentationen oder zu anderen Zwecken.
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