Schnüffelanrufe durch Krankenkassen?

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Pressemitteilung der Ärztekammer des Saarlandes

Schnüffelanrufe durch Krankenkassen?

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Saarbrücken. Die Ärzteschaft im Saarland nimmt in zunehmendem Maße wahr, dass anscheinend einige Krankenkassen ohne Kenntnis des behandelnden Arztes Patienten im Krankenstand ausfragen.

Die Kontaktaufnahme laufe bei Erkrankten anscheinend nach einem Muster ab: So würden sich Krankenkassenmitarbeiter meist unter der Vorgabe melden, eventuell weiterhelfen zu können, würden sich dann aber über Krankheitsverlauf erkundigen und gäben sogar Therapieratschläge.
Der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, San.-Rat Dr. Franz Gadomski, ist mehr als verärgert: „Therapie und Heilung verlaufen innerhalb einer vertrauten Arzt-Patienten-Beziehung und bedürfen keiner Beeinflussung durch Dritte, schon gar nicht von Krankenkassen. Anrufe dieser Art sind alles andere als hilfreich. Die Patienten werden dadurch verunsichert und fühlen sich eingeschüchtert“.
Es dränge sich geradezu der Verdacht auf, dass sich in diesen Fällen einige Kassen eher an Kostenreduzierung als am Wohle des Patienten orientieren könnten. „Die Ärzteschaft wird“, führt der Kammerpräsident weiter aus, „diese Entwicklung in den kommenden Wochen und Monaten genau beobachten und falls notwendig dokumentieren. Darüber hinaus haben betroffene Kollegen, welche über solche Fälle von ihren Patienten informiert worden sind, die für Krankenkassen zuständigen Aufsichtsbehörden eingeschaltet“.